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T E R M I N E

Merengue

Der Merengue ist ein schneller Tanz, der in die Kategorie der Lateinamerikanischen Tänze einzuordnen ist, aber nicht im Welttanz-Programm enthalten ist.


GESCHICHTE:
Über den Historischen Ursprung des Merengue gibt es verschiedene Meinungen. Die einen vertreten die These einer bodenständigen Entwicklung. Andere vermuten seine Entstehung als spontaner Ausdruck des Sieges gegen die Haitianer nach der Schlacht von Talanquera. Dritte bestehen auf eine Ableitung aus Taino-Traditionen, die später mit kolonial-spanischen und afrikanischen Elementen vermischt wurden. Auch eine volkstümliche Erklärung gibt es: Der Tanz entstand während einer Fiesta, auf der ein Klumpfüßiger Gast zu Tanzen versuchte. Um den Behinderten nicht zu brüskieren, übernahm die ganze Gesellschaft sein steifbeiniges Schlurfen und so war der Merengue erfunden. Andere meinen, der Merengue wäre über Afrika direkt nach Kuba gekommen.

Auch für den Namen findet sich keine genaue Erklärung. Nur eines ist sicher: Der Tanz war bereits 1850 in der Gegend bei Cibao bekannt und unter der Landbevölkerung sehr beliebt. Vorerst rümpfte die feine Bevölkerungsschicht die Nase über diesen Bauerntanz, erst später fand der Merengue auch seinen Einzug in eine breitere Gesellschaftsschicht. Der Diktator Trujillo erkannte den Wert des Tanzes als Propagandamittel und der Merengue wurde in das Programm der Radiosender aufgenommen. Auch nachdem das Land von seinem Diktator befreit war, blieb der Merengue und wurde wieder zur Stimme des Volkes und Kulturgut.
Heutzutage begleiten die Klänge des Merengue den Dominikaner auf Schritt und Tritt. Radiosender spielen rund um die Uhr. Die Menschen auf der Straße bewegen sich im Takt der Musik, die ihnen aus tragbaren Kassettenrecordern und den Deckenlautsprechern der Colmados oder Restaurants entgegenschallt.

Unterschieden werden dabei mehrere Stilrichtungen: z.B. den Bolemerengue, Jalemerengue, Juangomero und Pambeche. Der Einfachheit halber reduziert der dominikanische Wissenschaftler den Merengue auf zwei Grundtypen, den "traditionellen" und den "städtischen" Merengue. Der Traditionelle hat seine Wurzeln im bäuerlichen Milieu und wird von Combos aus drei bis vier Musikernmusikern vorgetragen. Die Texte, die man gewöhnlich in Mundart singt, werden traditionell von einer Tambora, einer Güirra und einem Accordeon begleitet. Der "städtische" Merengue dominiert den Massenmarkt und ist vielseitiger instrumentiert, also zusätzlich mit Trompete, Posaune, E-Bass und Synthesizer.

Traditionell setzt sich ein Merengue-Stück aus drei Suiten zusammen: dem Paseo oder Entree, der als Tanzvorbereitung dient, dem Merengue, der das Thema des Werkes entwickelt und dem Jaleo, der als Höhepunkt meist mehrstimmig vorgetragen wird. Die Merengue-Texte erinnern an die afroamerikanische Bluestradition. Die Lieder besingen oft Frauen, enttäuschte Liebe, Trinkgelage, prominente Zeitgenossen und historische Helden. Auch kommentieren sie die Alltagswelt, insbesondere die Armut und die politische Missstände. Typisch für den Merengue ist der zündende Refrain, den die Sänger meist mehrstimmig ständig wiederholen.