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Orientalischer Tanz / Bauchtanz

 

Herkunft & Wurzeln
Orientalischer Tanz, auch Bauchtanz genannt wurde aus dem arabischen "raqs schardi" über das französische "danse du ventre" als "belly dance" im englischen oder eben Bauchtanz im Deutschen übersetzt. (Die aufgeschlossenen Franzosen hatten den Bauchtanz in der Geschichte vor dem Rest Europas entdeckt). Tanzen gibt es angeblich schon siet Anbeginn der Menschheit, erste Belege für den Tanz , vielleicht sogar für den Bauhtanz gibt es aus der prähistorischen Zeit in Nordafrika. Es wurden auf Fresken bunt gemalte Tanzszenen, die auch typische Bewegungen des Bauchtanzes deuten könnten, gefunden. Geschätzt werden die Zeichnungen auf ein Alter von ungefähr 7000 Jahren. Aus Nordafrika stammmen scheinbar bauchtanzende Terrakotta-Statuen, mit ungefährem Alter von 6000 Jahren.
 
Die Wurzeln des orientalischen Tanzens sind im Mystischen zu suchen, als noch Göttinnen statt Göttern angebetet wurden und der Tanz eine Art Fruchtbarkeitsritus darstellte. Typische Bewegungen des Tanzens stellen dabei den Geschlechtsakt in Form von z.B. Beckenrotation oder erotischen Bewegungen dar.
 
Orientalischer Tanz in Ägypten
Im alten Ägypten gab es schon um 2400 v. Chr. professionelle Tänzerinnen, die aus Schwarzafrika stammten. Durch die Entwicklung Ägyptens zur Hochkultur tanzte die Oberschichte nicht selbst, sondern ließ Tänzerinnen für sich Tanzen. So machte der orientalische Tanz seine erste Entwicklung vom Kult-Tanz zum Schautanz durch. Unabhängig von der Oberschichte wurde im Volk und den Tempeln weiterhin rituell getanzt, beim Volk ging der religiöse Bezug allerdings mit der Zeit verloren. Wichtig für die Entwickling des ägyptischen Bauchtanzes war vor allem die aufgeschlossene Gesellschaft, Frau und Mann waren damals rechtlich gleichgestellt, was für orientalische Verhältnisse reichlich ungewöhnlich war. Ein Ägypterin durfte sich somit unverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen, war Geschäftsfähig, brauchte vor Gericht keinen Vormund, etc. Auf den erhaltenen Wandmalerein ist zu erkennen, dass Tänzerinnen sogar manchmal nur ein hauchzartes durchsichtiges Gewand trugen und reich behängt und geschmückt waren.
 
Der uns bekannte orientalische Tanz entstand aus dem Ägyptischen Kulttanz und dem ekstatischen Tanz der Afrikanerinnen, beeinflusst vom Tanz der Asiatinnen und Nubierinnen um 1900 v. Chr.. 
 
Orientalischer Tanz im arabischen Raum
Währen das Christentum im Mittelmeerraum stark verbreitet war, war der Bauchtanz stark in Verruf geraten, die männliche Welt hatte die Überhand und es war für Frauen äußerst unsittlich sich auf so erotische Weise zu präsentieren. Erst als sich im 7. Jahrhundert der Islam ausbreitete fanden die Menschen wieder Gefallen daran. Laut Mohammeds Lehre darf der Mensch nicht im Bild festgehalten werden, so fand man im Tanz eine Ersatzkunst.
Die Osmanen lernten den Bauchtanz erst um 1500 kennen, als sich das islamische Machtzentrum verschob. Vor allem im Harem gewann der Bauchtanz an Beliebtheit, konnte man doch so die Gunst des Herren erlangen. Es gab aber auch "öffentliche Tänzerinnen", die unverschleiert waren und bei diversen Feierlichkeiten auftraten. Allerdings hatten diese sogenannten "Ghawazi" einen schlechten Ruf, da sie sich nicht selten als Kurtisanen einen guten Zusatzverdienst verschafften.
 
Der orientalische Tanz entwickelte sich in vielen Teilen der Welt unterchiedlich weiter, so wurde er in Hawai z.B zum "Hula", in Afrika zum "Afro" und im Orient zum "Bauchtanz"
 
Orientalischer Tanz in der westlichen Welt
Die westliche Welt kam erst spät mir dem orientalischen Tanz in Kontakt. Als ein nachgestelltes Algerisches Dorf bei der Weltausstellung 1892 in Amerika präsentiert wurde, konnten sich die prüden Amerikaner damit nicht so gut anfreunden, aber zumindest hatte es sie auf den Geschmack gebracht. 1910 wurde in Chicago die Oper "Salome" mit dem "Tanz der 7 Schleier" uraufgeführt, die Besucher fanden jedoch keinen großen Gefallen daran. In Europa weigerten sich Opernsängerinnen, diesen Tanz zu tanzen, mit der Begründung, sie wären schließlich anständige Frauen.
 
Erst seit Beginn des 20 Jahrhunderts geht der traditionelle orientalische Tanz immer mehr in Richtung Showtanz. In den 20er Jahren gab es in Europa eine richtige Orientalische Welle, auf der z.B. die bekannte Mata Hari und Anita Berber surften. Die westliche strenge Moral überwand ihre Abneigung gegen diesen erotischen Tanz erst in den 60ern, der Flower-Power-Phase. Von da an war der orientalische Tanz auch in der damals konservativen Welt salonfähig.
 
Orientalischer Tanz und Spannungsabbau
Tanzen kann jeder und durch Tanz kann man alles ausdrücken, wie Lebensfreude, Sehnsucht, Schmerz.
Orientalischer Tanz wird aus der Körpermitte getanzt, der Energiequelle für jede Tanzbewegung. Das Grundprinzip ist die isolierte Bewegung einzelner Körperteile, man kann also z.B. die Hüften Schwingen, während man den Oberkörper ruhig hält. Bevor man also Figuren und verschiedene Formen dieses Tanzes lernt, muss man die Muskelpartien in seinem Körper kennen lernen. Auch Mimik und Gestig, Eleganz und Würde, Verspieltheit, Verträumtheit geben dem Bauchtanz seinen speziellen Ausdruck.
Orientalischer Tanz ist also eine gute Möglichkeit, seinen Körper kennen zu lernen, etwas für ihn zu tun, Empfindungen im Tanz auszudrücken, vom Stress loszulassen, Spannungen abzubauen und sich wieder neu aufzuladen.