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T E R M I N E

Herkunft der Lateinamerikanischen Tänze

Oft wird in Europa, und um genauer zu sein in der europäischen Tanzportszene von zwei getrennten und unterschiedlichen Tanzrichtungen gesprochen und zwar Standard- und Lateinamerikanische Tänze. Man sollte aber wissen, dass sogennante lateinamerikanische Rhytmen wie Paso Doble, Jive, Hustle, Discofox u.a. keine Herkunft aus Lateinamerika haben.


 Eine kurze Geschichte des Tanzes

Paso Doble stammt aus Spanien, Jive soll aus afrikanischen Ländern stammen, wurde aber in den U.S.A. entwickelt. Wenn man aber diese häufige Gliederung weiter einhalten will, sollte man auch den lateinamerikanischen Bereich als „International lateinamerikanisch“ betrachten, um eines klar zu machen: man spricht nicht genau von der Herkunft der Tänze, sondern von der internationalen Betrachtung dieser, wenn es von Sporttanz oder Internationalen Wettbewerben handelt. Tango wird z.B. als Standardtanz betrachtet, obwohl er seine echten Wurzeln in Argentinien hat. Fast alle (wenn nicht alle) echten lateinamerikanischen Rhythmen wie z.B. Mambo, Samba, Salsa, Rumba haben ihre Ursprünge in Afrika.

Aus der Zeit der Hochkulturen bzw. der Ägypter, Griechen und Römer wissen wir, dass Tanz immer eine zeremonielle, darstellende Bedeutung für Völker und Kulturen gehabt hat. Bereits in Ägypten wollten die Pharaonen dem Gott Osiris eine Ehre erweisen, indem sie den Tod und das Leben durch den Tanz darstellten; Dionysos (Bacchus), der Weingott der Griechen zelebrierte zusammen mit einer Frauengruppe (die so gennanten Menaden) am Berg in der Nacht verschiedene Tanzstücke während sie unter Alkoholeinfluss standen, ebenfalls zur Ehre der Götter. Genau so eine Bedeutung hatte der Tanz bei den afrikanischen Kulturen im Laufe der Zeit. Aber erst im 17. und 18. Jahrhundert kamen etwa 38 Millionen Sklaven von Afrika nach Südamerika und in die Karibik. Viele wurden nur gehandelt oder getauscht, und kaum welche wanderten aus eigenem Willen ab. Die Verschmelzung zwischen Südamerikanern und Afrikanern zeigte viel schneller Wirkung als die mit den Nordamerikanern. Die Gründe sind klar: Sprache, Klima, sozial-religiöse Einstellung und Kulte. Daher können wir von Rhythmen wie Samba, Cha Cha Cha, und folkloristisch, traditionellen Tänzen verschiedener südamerikanischer Länder viel früher berichten, als von der wichtigen nordamerikanischen Jazz-Periode, in der sich letztendlich die afrikanischen Einflüsse in dieser Kultur bemerkbar machten.

Eigenschaften der lateinamerikanischen Tänze

Wie werden sie getanzt? Auf jeden Fall nicht mit Hemmungen, kurzen, unsicheren Schritten und übertriebener Zurückhaltung seitens des Mannes. Was aber auch auf keinen Fall abzusprechen ist, ist das Recht auf Freiheit zur Selbstentscheidung jedes Einzelnen im Tanz. Kaum dürfte man jemandem vorschreiben wie richtig oder falsch getanzt wird. Es ist selbsverständlich, dass es Modelle und rhythmische Regeln gibt, um bei jeder Tanzrichtung im richtigen Tempo und Takt bleiben zu können.

Tanzen ist etwas so persönliches, so innerliches und eigenes, dass es keine zwei Leute gibt, die dasselbe beim Tanzen ausstrahlen und denselben Ausdruck und Charakter wirken lassen. Jeder von uns tanzt, weil in uns innerlich etwas geschieht, was nur durch die Sprache unseres Körpers ausgedrückt werden kann. Nichtsdestotrotz sind Faktoren wie Haltung, Führung, Tempo, Rythmus, Takt, Anfang- und Endpositionen, Drehungen u.a. bei südamerikanischen Tänzen immer zu beachten. Folkloristische Volkstänze wie Cumbia, Mapalé, Porro (Kolumbien), Canyengue (Argentinien) und Jarabe Tapatío (México) werden je nach Brauchtum in jedem Land getanzt. Diese Tänze haben bestimmte Haltungen, bestimmte Figuren und Schrittkombinationen, die geregelt und fast immer gleich sind. Es gibt kaum Zeit und Raum für Improvisation. Im Gegensatz dazu gibt es bei Samba, Merengue, Salsa, Cha Cha Cha, Mambo, Bachata u.a. eine gewisse Freiheit um sich neue Ideen einfallen zu lassen, wenn man sich auf die Tanzfläche stürzt. Eine Choreographie zu gestalten heisst immer wieder was anderes zu erfinden. Profitänzer proben stundenlang bis sie eine genaue, beeindruckende Schrittkombination zu einem passenden Musikstück aufgebaut haben.

Aber sowohl diese Tänzer als auch blutige Anfänger, dürfen NIEMALS aus dem Takt oder aus der Musik kommen. Normalerweise nehmen die Paare eine geschlossene Tanzposition ein, bei der der Mann derjenige ist, der die Entscheidung über die zu tanzende Figur und die Tanzgeschwindigkeit trifft (z.B. Bei Merengue gibt es zwei mögliche Geschwindigkeiten: 4/4 oder 2/4 Takt). Jedoch müssen beide Partner gleichwertig im Tanzgeschehen eingebunden sein und sollten auch beide gleich viel Spass und Freude daran haben (die Frau darf nicht so viel gedreht werden bis ihr schwindlig wird, und es muss harmonisch aussehen) Hauptsächlich gehören lateinamerikanische Tänze mit sehr viel Ausdruck getanzt, wobei beide Tanzpartner versuchen sollen, ihre ganzen Gefühle und Energie freien Lauf zu lassen und sich als zentrale Figuren des Geschehens zu präsentieren.