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Offiziersball 2007
Wien grüßt Budapest
Unter diesem Motto stand der diesjährige Ball der Offiziere.
Nationale und internationale Militärs in bunten Uniformen – grau, weiss, blau und rot - die sich ihre „Sporen“ zum Teil buchstäblich verdient hatten, fanden sich am Freitag, 19.1.2007 in der Wiener Hofburg ein. Die hochdekorierte Männer“brust“ war an diesem Abend allgegenwärtig, doch auch bei einigen Damen war ihre Berufung zum Dienste der Landesverteidigung ersichtlich.
Die Hofburg erstrahlte in wunderschönem Blumenschmuck: Orchideen, weiße und tiefrote, duftende Rosen, rote Amaryllis, Ginster und riesige Philodendronblätter bildeten einen festlichen Rahmen für dieses Ballfest.
Rot-weiß-roter Blumenschmuck am Offiziersball
Im Eröffnungskomitee, etwa 100 Paare, befanden sich neben den zwangsverpflichteten Offiziersanwärtern der Theresianischen Militärakademie auch einige Paare des diesjährigen Partnerlandes Ungarn. Nach dem festlichen Einzug der Ehrengäste ertönten zunächst die österreichische Bundes- und die Europahymne.

Das Jungdamen und -herren Komittee
Das Jungdamen und -herren Komittee
Mit Spannung erwartet wurde die Schauvorführung der Gardemusik Wien: das strahlend-rote Barrett zurechtgerückt, begeisterte die Garde abermals mit ihrem musikalischen aber auch tänzerischem Talent. Mit Trompete, Posaune oder Trommel beschäftigt, eine aufwendige Choreographie zu „tanzen“ verdiente auch heuer allerhöchste Hochachtung. Vor und zurück, zur Seite und über Kreuz; zusammenrücken, auffächern… und mit einer derartigen Leichtigkeit weiter und vor allem richtig spielen – bewundernswert. Spannung, als ein junger Trompeter hervortrat und man ihm eine blaue Knöpferlharmonika reichte. Die Zuhörer kamen ob der Fingerfertigkeit und Musikalität des jungen Uniformierten aus dem Staunen nicht heraus. Grosse Augen und Begeisterung, als der junge Herr die Schlusssequenz seiner Einlage buchstäblich auf den „Kopf stellte“ und der Harmonika auf seinem Kopf balancierend wundervolle Klänge in atemberaubender Geschwindigkeit entlockte. Zum Radetzkymarsch verließ die Garde den Saal–[Diesen Marsch mitzuklatschen scheint mittlerweile Tradition in Wien geworden zu sein – oder ein Reflex?]
Zum Walzer „Sphärenklänge“ zeigten sodann die Eleven des Wiener Staatsopernballetts ihr Können – Wien hatte somit Gelegenheit, die zukünftigen Primaballerinen kennen zu lernen.
Sphärenklänge
Dann endlich war das Komitee am Zug: geleitet von Direktor Rudolf Peschke der Tanzschule Elmayer wurde eine, wohl dem Können der Fähnriche, angepasste Choreographie zu „Auf der Jagd“ von Johann Strauß Sohn gezeigt: „Schwarz“ (dank der Uniformen grau) – weiß Wechsel, die jeder Opernballeröffnung alle Ehre gemacht hätten, sowie ein, extra dem Anlass angepasstes, Csardas-Element - eine sehr kompakt gehaltene Vorführung,.
Die Begrüßung der Ehrengäste aus dem In- und Ausland nahm danach eine geraume Weile in Anspruch. Der frischgebackene Verteidigungsminister Mag. Norbert Darabos war ebenso anwesend, wie sein Amtskollege aus Deutschland, Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung, die ehemaligen österreichischen Verteidigungsminister Plattner, Scheibner und Fasslabend, sowie hochkarätige Gäste aus der EU. „Wir haben Europa zu Gast“ – dies konnte man schon im Ballprogramm feststellen, in dem die Titelseite bereits in neun verschiedenen Sprachen inkludiert war.
„Gelebte Nachbarschaft“ hieß es zur Begrüßung der ungarischen Gäste, wonach der erste musikalische Gruß aus/an Ungarn (aus der Hand eines Österreichers stammend) erklang: der Csardas der Rosalinde aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß Sohn, gesungen von Marcia Molnar.
BM Darabos widmete sich der Eröffnung des Balles, die er als „die angenehmste Amtshandlung der ersten Woche seiner Ministertätigkeit“ bezeichnete. Weiters bekannte und erneuerte er seine „volle Loyalität zum österreichischen Bundesheer“. „Das Bundesheer hätte in der zweiten Republik und in den letzten Jahren durch seine Katastropheneinsätze und den EU-Außengrenzen-Assistenzeinsatz sehr zum Ansehen Österreichs beigetragen.. Die Anwesenheit zahlreicher ausländischer Gäste unterstreiche die internationale Verbundenheit des österreichischen Bundesheeres“, so Darabos.
„Dass das Bundesheer neben Disziplin und Einsatzbereitschaft auch in der Lage ist zu feiern“, sollte der nun folgende Ballabend belegen. Nach etwa einer Stunde wurde der Ball mit dem Eröffnungswalzer „Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust“ schlussendlich eröffnet.
In neunzehn Sälen der Wiener Hofburg wurden die Ballgäste von sieben Tanzmusiken verschiedenster Stilrichtungen auf sehr ansprechende Art und Weise unterhalten. Für das leibliche Wohl der Gäste war ebenfalls ausreichend gesorgt.
„Eine Nacht im Orpheum“ war das Motto zu Mitternacht: unvergessene Operettenweisen von Kalman, dargebracht von Marica Molnar und ihrem Ensemble wiesen ein weiteres Mal auf die, nicht nur geographische Nähe, zu unserem Nachbarn Ungarn hin. Unter der Leitung von Direktor Rudolf Peschke erfreuten sich die Ballgäste an einer amüsanten Mitternachtsquadrille inklusive Supersportfinale und Galopp.
Marica Molnar
Zu späterer Stunde fand sich die „Creme de la Creme“ des internationalen Verteidigungswesens dann beim Heurigen im Untergeschoss der Hofburg ein. Ob brandneue heerestechnische Strategien ausgetüftelt wurden, ist uns zwar nicht bekannt – der Völkerverständigung trug dieses entspannte Beisammensein jedoch mit Sicherheit bei.
Mit dem Solo der Trompeters der Gardemusik ging, wieder einmal viel zu früh, eine rauschende Ballnacht zu Ende. Die ruhigen Klänge des Zapfenstreichs stimmten uns zum Heimweg und der wohlverdienten Bettruhe ein.
Fazit: Ein Ballfest, das sich wirklich nicht verstecken muss: in breitem Rahmen wird dem Publikum viel geboten, unter anderem auch viel Platz, jedoch ganz und keine Leere. Das Publikum, weder steif noch allzu extrovertiert, sowie eine äußerst angenehmen Atmosphäre in den Prachträumen der Hofburg waren Garanten eines gelungenen Abends. Nächstes Jahr bitte wieder!
Mehr Fotos zum Ball finden sich in unserer Fotogalerie...
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