Menu:

T E R M I N E

Willkommen bei WienTanz.com

Ärzteball 2007


„Ausverkauft“ hieß wieder einmal es am 27. Jänner 2007 beim 57. Wiener Ärzteball in der Hofburg. Die unzähligen, in exquisite Ballroben gehüllten Damen des Abends durften sich gleich über eine außergewöhnlich hübsche Ballspende in Form einer blau-weißen Libelle freuen (schön, dass es doch noch derartiges gibt, wo Damenspenden heutzutage doch zumeist aus Kostengründen für Marketingaktivitäten von Firmen missbraucht werden).

Die Kaiserbüste auf der Hauptstiege der Hofburg war in ein Meer aus gelben Rosen getaucht; alle anderen Säle erstrahlten in kräftigem rosa. Mit Fanfarenklängen wurde das Publikum auf den Beginn der feierlichen Eröffnung hingewiesen. Eine große Gruppe illustrer Gästen gab sich ein Stelldichein: Allen voran der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Prof. Dr. Wolfgang Schütz;  Prof. Dr. Christian Noe vom Department für pharmazeutische Chemie der Universität Wien; Prim. MR Dr. Walter Dorner, Präsident der Wiener Ärztekammer; OMR Dr. Friedrich Fuchs; der ehemalige österreichische Verteidigungsminister Fasslabend; Dr. Reinhart Waneck, ehemaliger Gesundheitsstaatssekretär; der ehemalige Wiener Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder und seine Nachfolgerin Mag. Sonja Wehsely; Viezbürgermeisterin von Wien, Mag. Renate Brauner;  der ärztliche Leiter des AKH, Prof. Dr. Reinhard Kreppler; Mag. Max Wellan, Vizepräsident der Wiener Apothekerkammer; Mag. Beate Hartinger vom Hauptverband der Sozialversicherungen; MR Dr. Gerhard Aigner und Mag. Florian Pressl vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen sowie die neue Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky.

 

Mit Spannung wartete man auf die Eröffnungseinlage des Jungdamen- und Jungherrenkomitees: Lidia und Fred Mastaire hatten sich wieder einmal etwas Besonderes für den Wiener Ärzteball einfallen lassen. Die Damen, kleine Eisprinzessinnen mit Diadem und einem unglaublich süßen weißen Muff mit schwarzer Masche (als Ersatz für die sonst allgegenwärtigen Eröffnungssträusschen), wurden von ihren Herren zu den Klängen des "Schlittschuhläufers" von Emil Wadlteufel sicher über das Parkett geführt. In bester Eisläufermanier wechselten schwarz-weiss-Elemente mit tänzerisch interessanten Teilen und mündeten in einer langen Kette hintereinander „Eis laufender“ Tänzer.

 

Dann betrat die Balletttruppe das Parkett: ein Höhepunkt war sicher der Auftritt von Gregor Hatala und seiner Partnerin, die beide durch ihr Können und ihr Talent wieder einmal überzeugten (schön, diese Künstler wieder auf einem Ball zu sehen).

 

Nach dem etwas zu langen Eröffnungswalzer, bei dem leider nicht das gesamte Komitee überzeugte, schritt Prim. MR Dr. Walter Dorner, Präsident der Wiener Ärztekammer, zur Eröffnung des Balles.

 

Er bemühe sich heuer „sehr kurz zu sein“, betonte der Oberste der Wiener Ärzte einige Male und beschränkte sich auf die Begrüßung der wichtigsten Ehrengäste sowie allgemein der Vertreter der Sozialen Krankenversicherungen, der befreundeten Ärztekammern, der Vertreter der freien Berufe und der europäischen und anderen ausländischen Ärztekammern.

 

Auf „Wünsche an die neue Regierung“ wolle er verzichten, da dies „zu lange dauern würde“, setze Dorner fort; eine „kurze Rede“ wolle er halten. Er wolle heute zeigen, wie man in „nur 5 Minuten einen Ball zu Eröffnung freigeben“ kann. Pikanterweise wurde gerade in diesem Moment eine Dame im Publikum von einer Ohnmacht übermannt.

 

Dorner rief alle auf, am 24. 3. zur Wahl der Standesvertretung zu kommen, da nur bei einer entsprechenden Wahlbeteiligung die Wünsche der Ärzte Gehör bei Kassenverhandlungen und Politik finden würden.

 

Rektor Schütz übernahm das Wort von Dorner und belustigte sich an dessen Vorgabe der 5 Minuten für seine Eröffnungsrede. Er bezeichnete den Moment als „einen der angenehmsten Augenblicke des Jahres“. Bereits zum vierten Mal sprach er an dieser Stelle als Rektor der Medizinischen Universität Wien ab Gründung. Schütz bemerkte, dass soweit alle wesentlichen Implementierungen abgeschlossen seien, die Universität mit 5400 Mitarbeitern die größte Forschungseinrichtung Österreichs sei und bei ihr die meisten ÄrztInnen angestellt seien. Weiters, so Schütz, ist die Medizinische Universität Wien mit mehr als 11.000 Studenten weltweit die größte Ausbildungsstätte für Medizin und Zahnmedizin. An die neue Regierung richtete Schütz im Gegensatz zu Dorner den Wunsch nach einer nachhaltigen Klärung der hochpolitischen Frage des Universitätszugangs und nach weiterer Unterstützung im Bereich klinischer Studien.

 

Nach etwa einer Stunde wurde der Ärzteball mit einem weiteren langen Walzer zur Unterhaltung freigegeben. Die Eröffnung war wie gewohnt imposant, gelungen und sehr perfekt. Schade, dass das Orchester auf dem Balkon positioniert war und im Saal eher gedämpft wahrgenommen wurde. Vielleicht kam einem gerade dadurch der Eindruck, dass sich die Ballgäste über die wunderschöne Gestaltung der Eröffnung nicht wie erwartet euphorisch, sondern eher verhalten zeigten. Interessant auch, dass unter den Eröffnenden wieder einmal Stammgäste zu sehen waren, die bereits seit zig Jahren mit dabei sind. Man könnte fast dazu geneigt sein, den Begriff Jungdamen- und Jungherrenkomitee zu überdenken – der Nachwuchs andererseits lässt scheinbar auf sich warten und so ist man über die Eröffnungsprofis dann doch wieder erfreut.

 

Acht verschiedene Musikgruppen in den diversen Sälen der Hofburg sowie ein umfassendes gastronomisches Angebot inklusive köstlichem Eis im Gartensaal rundeten das Ballvergnügen ab.

 

Zu Mitternacht erwartete die Ballgäste im Festsaal eine „Überraschung“: Jose Ritmo und seine Band sorgten mit Salsaklängen à la Carribean Dreams für ausgelassene Stimmung. Um drei Uhr in der Früh dann die traditionelle Publikumsquadrille mit Galopp und Walzer im immer noch gut gefüllten Festsaal – im Gegensatz zu anderen Traditionsbällen zeigten die Ärzte und ihre Gäste großes Durchhaltevermögen und so war der Ball bis zum Ende um fünf in der Früh gut besucht (ob dies auf die heiß umstrittenen Arbeitszeiten inklusive Nacht- und Wochenenddienste der Ärzte zurückzuführen ist, sei dahingestellt).

 

Alles in allem eine wirklich rauschende Ballnacht – angenehme Atmosphäre, gut durchdachte Details und gerade die richtige Gästezahl: die Hofburg war immer gut gefüllt, weder Leere noch die von anderen ausverkauften Hofburgbällen bekannte „Schieberei“ waren an der Tagesordnung. Schön wäre es noch, wenn die Gäste auf allen Bällen wieder so viel Disziplin zeigen würden und den wunderschönen Blumenschmuck wirklich erst zu Ballende „rauben“ würden – die immer karger werdenden Dekorationen bereits um 3 am verleihen der Veranstaltung einen seltsamen Touch.

 

 

Print