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Hofburggala der Wiener Wirtschaft 2007
La France à la fête
Kaum hatte sich die Hofburg von der großen Gästezahl der vorigen Nacht (Kaffeesiederball) “erholt”, war schon wieder Hochbetrieb: am 10.2.2007 lud die Wiener Wirtschaft zur jährlichen Gala in die kaiserlichen Säle.
Frankreich war heuer Gast der Wirtschaftstreibenden und dies war an Dekoration und Programm deutlich erkennbar. Neben bunten Bändern in den französischen Nationalfarben war die Hofburg mit Blumen, aus den Regionen Var und Midi Pyrenées, prächtigst geschmückt.
Als wienerischen Ausgleich gab es für die Damen eine hochkalorische Damenspende in Form einer kleinen Imperial Torte. Die Feststiege hinauf konnte man die Fahnen der Wiener Wirtschaft und ihre Träger in traditioneller Tracht beäugen.
Fanfarenklänge und die sanfte Stimme des Moderators bezeichneten den Start zur Eröffnung. Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee, Tänzer aus allen Tanzschulen Wiens, unter der Leitung von Altmeister Klaus Mühsiegl nahm das Parkett in Beschlag. Unter den Ehrengästen die Granden der Wiener Wirtschaft: KommR Michael Hochenegg, Vizepräsident der WKW; KommR Dkfm. Harald Bollmann, Fachgruppe Wien der Spediteure; Mag. Manfred Mautner Markhof, Spartenobmann Industrie; KommR Ing. Josef Bitzinger, Spartenobmann Tourismus/Wien sowie u.a. Marcus Eisinger vom Wirtschaftsbund Liesing.
Als politische Größen waren Dr. Alfred Finz (VP), Ex-Staatssekretär im Finanzministerium; Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie Ursula Stenzl, Bezirksvorsteherin Innere Stadt zu Gast.
In den Logen waren noch Dr. Harald Mahrer, ehemaliger ÖH-Vorsitzender der WU Wien, Markus Pohanka, ORF-Moderator von Wien heute, und Ex-Börsechef Stefan Zapotocky zu entdecken. Einige Gäste, so munkelt man, hätten beinahe in der Hofburg übernachten können, da sie bereits in der vorigen Nacht am Kaffeesiederball gefeiert hatten.
Die Fahnenparade der Wiener Wirtschaft zu den Klängen des Radetzkymarsches (klarerweise auch hier wieder unter mitklatschendem Publikum) zeigte so KommR Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wirtschaftsbundes Wien in Ihrer Eröffnungsrede, die Tradition der Wiener Wirtschaft. Steinmetz und Baugewerbe, Dachdecker, Spengler und Schmiede, Sanitär- und Heizungsinstallateure und Rauchfangkehrer, Schlossermeister, Maler und Schildermaler, Denkmal- und Fassadenreiniger und zahlreiche andere Gewerbe zeigten ihre prunkvoll bestickten Fahnen.
Zur Eröffnungseinlage wurde Daniela Fally von einigen Herren des Eröffnungskomitees hereingetragen. Die Koloratursopranistin, die bereits an der Wiener Volksoper erfolgreich auftrat, sang die Arie der Olympia aus Offenbachs „Hoffmann's Erzählungen“. Gekonnt spielte sie die zum Leben erwachende Puppe und ließ den Festsaal der Hofburg mit glasklaren Tönen erklingen. Selbst der Kameramann des ORFs lag ihr buchstäblich zu Füßen.
Das Eröffnungskomitee zeigte sodann die Polka Mazur von Karl Michael Ziehrer „Das liegt bei uns im Blut“, in typischer Mühlsiegl-Manier. Von kaum hörbaren Kommentaren durch den Tanzmeister geleitet nahm das Komitee dann Aufstellung für die Eröffnungsreden (schön wäre es, wenn die Komitees wieder ohne Zwischenrufe ihrer Leiter auskämen. Ein wenig störend wirken „und“ und „Compliment“ etc. durchs Mikrophon gehaucht dennoch. Einfache Handzeichen haben doch früher auch gereicht?).
S. E, Pierre Viaux, Botschafter der Republik Frankreich wünschte den Ballgästen in bestem Deutsch eines Franzosen „eine beschwingte Ballnacht mit französischem Flair“.
Dr. Johannes Hahn, Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, wünschte allen anwesenden Geschäftsleuten einen erfolgreichen Abend und viele Gelegenheiten, neue Kontakte zu knüpfen beziehungsweise bestehende zu verstärken.
Dr. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich und des Österreichischen Wirtschaftsbundes, bedankte sich bei den „französischen Freunden“ für die hervorragende „wirtschaftliche und menschliche Zusammenarbeit“. Weiters sagte er „Danke an die Betriebe und an die Leistungen der Mitarbeiter für das gute Jahr 2006 und viel Spaß bei einer wohlverdienten Ballnacht“. Gastgeberin Präsidentin Jank schloß sich seinen Worten an und wünschte allen im Namen des Wiener Wirtschaftsbundes noch „weitere erfolgreiche Jahre und eine rauschende Ballnacht“.
Mit einem langen Walzer war die Eröffnung beendet und die Gäste konnten sich ausgiebig der Pflege Ihrer wirtschaftlichen und persönlichen Kontakte widmen.
Verwunderung kam jedoch gegen 22.30 auf: auf der Tanzfläche im Festsaal zeigten sich erhebliche Lücken – so viel Platz zum Tanzen um diese Uhrzeit? Der Grund für diese Leere war im Erdgeschoss zu finden: der Verkauf der heiß begehrten Tombolalose hatte begonnen und eine lange Menschenschlange bemühte sich, zumindest eines der etwa 2000 Lose zu ergattern. Positiv für alle Tänzer, die bereits zu so früher Stunden in den Genuss einer tatsächlich betanzbaren leergefegten Fläche kamen.
Verunsicherung im Laufe der Ballnacht: wie war doch gleich einmal die Bekleidungsidee der Veranstalter? Zwischen Herren in Smoking und Damen in großen Ballroben waren immer wieder Herren in Anzug (braun?) und Krawatte zu finden. Das Bild des großen Wirtschaftsballs, der noblen Hofburggala wurde durch diese Stilbrüche etwas angegriffen.
Unvergleichlich die Mitternachtseinlage: nach den musikalischen Höhen von Daniela Fally, betrat Maria Bill in Begleitung von Pianist und Akkordeonspieler das Podium, um Chansons von Edith Piaf zum Besten zu geben. Mit einer großartigen Darbietung mit bekannten Titeln wie „La vie en rose“ oder „Non, je ne regrette rien“ überzeugte Maria Bill selbst die letzten Gäste von ihrem Können und von der emotionalen Intensität des französischen Chansons.
Fazit: Ein schöner Abend mit exquisiten musikalischen Beiträgen, die ihresgleichen suchen. Für alle Tänzer ist dieser Abend sicher ein Geheimtipp, um zu moderaten Eintrittspreisen einen Abend in der Hofburg bei guter Musik und gemütlicher Atmosphäre wirklich einmal über das Parkett zu fegen.
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