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Rudolfina Redoute 2007
Die Rudolfina Redoute ist der Ball der katholischen österreichischen Studentenverbindung Rudolfina. Der Name mag vielleicht einen angestaubten Ball vermuten lassen (diese Aussage mögen mir die Veranstalter verzeihen), doch ist dies fern der Wahrheit. Die Redoute ist eigentlich der letzte richtige Ball der Faschingssaison am Rosenmontag (das Elmayer Kränzchen am darauffolgenden Tag beginnt ja schon nachmittags und endet um Mitternacht) und hat aufgrund dessen schon einen ganz besonderen Stellenwert.
Es gibt einige wenige Bälle auf denen die Konzentration der üblichen Verdächtigen der Ballszene etwas höher ist, und da gehört der Blumenball, der im Normalfall der erste richtige Ball im neuen Jahr ist, wie auch die Redoute dazu, die ja das Ende der Saison darstellt.
Der Ball sticht aus dem wienerischen Ball-Melange besonders durch eines hervor: er ist wie der Name des Balles schon klar verrät, eine Redoute und somit ein Maskenball. Dies stammt noch aus der längst vergangenen Zeit, als es gang und gäbe war, dass man(n und frau) allein auf Bälle ging und sich erst dort kennen lernte. So war es denn auf einer Redoute üblich, dass die Damen maskiert erschienen und für diese Damenwahl herrschte. Erst um Mitternacht wurde schließlich bei der Demaskierungsquadrille die Maske abgenommen und der Herr konnte nun erkennen, mit wem er die ganze Nacht getanzt hatte. Danach herrschte es Damen- und Herrenwahl. Genau diese nette Sitte hat die Rudolfina für ihren Ball übernommen, der dadurch ein Unikat und zugleich ein Juwel der Ballszene wurde, das es sicherlich zu pflegen gilt.
Außerdem konnte man bereits beim Einlass dieses Jahr wieder wundervolle Masken bestaunen, mit Federn und Perlen, venezianische, Masken in allen Formen und Farben. Für Damen, denen dieser Usus nicht bekannt war, oder die ihre Maske daheim vergessen hatten, lagen einfache Papiermasken bereit. Eine Geste der Rudolfina, die es absolut wert ist, erwähnt zu werden. Beeindruckend auch die verschiedenen Deckel-Formen und Farben der Mitglieder der verschiedenen Verbindungen. Diese erhielten in Vollcoleur sogar freien Eintritt auf den Ball.
Der Ablauf des Eröffnung verlief typisch traditionell zuerst mit dem Aufruf über die Lautsprecher, dass sich Damen mit Masken und Coleurträger zum Einzug in den Saal treffen sollten. Diese begannen danach die Eröffnung mit einem Einzug in den Festsaal in Spalierform. Und spätestens hier konnte man die gesammelte Vielfalt der Masken der Damen wirklich bewundern. Harlekin-artige Masken, vogelartige, venezianische oder auch ganz schlichte. Danach zog das Eröffnungskomitee ein, dem die Ehrengäste folgten. Die Damen des Komitees bekamen für die Eröffnung eine blaue Maske in die Hand gedrückt, passend zum Thema "Maske in Blau". Die Choreografie dazu stammte von Tanzmeisterin Rueff, war zwar recht nett, und auch gut getanzt, aber sprühte nicht vor neuen Ideen.
Anschließend folgte die Vereinigung des Wiener Staatsopernbaletts mit einer zauberhaften Choreografie von Christian Tichy unter dem Titel Walzer in Blau. Die Eröffnung erfolgte traditionell durch den Vize-Rektor der Universität Wien.
Um Mitternacht war es dann wieder soweit. Bei der eingangs erwähnten Demaskierungsquadrille drängten sich wieder unzählige Gäste in den Festsaal, um unter der Führung von Tanzmeisterin Rueff und mit der musikalischen Begleitung durch das Orchester von DKFM. Wolfgang Ortner die Fledermausquadrille zu tanzen. Der Stil von Frau Rueff ist ein ganz eigener, der sich doch von Elmayer und Mühlsiegl stark unterscheidet. Ich persönlich bin kein Freund der "Du"-Anrede bei der Quadrille-Ansage, doch mag ein anderer das völlig unterschiedlich sehen. Anschließend folgte gewohnt flott der Galopp, der auch diesmal wieder ein, zwei Stürze forderte.
Nach der Quadrille ab 00:30 konnte die Damenspende, ein wunderschönes Schreibset (Kugelschreiber und Füllfeder), am Fuße der Feststiege abgeholt werden. Wieder dabei war der Diplom. Arch. (und Maler) Janko Schukaroff, der gekonnt und flink unglaublich detaillierte Scherenschnitt-Portraits für die Gäste kostenlos anfertigte. Ein wundervolles Präsent der Rudolfina an ihre Gäste, das sicher noch länger an den Ball erinnern lässt als das Schreibset.
Außerdem wieder präsent waren die Casinos Austria, die für die CliniClowns am Roulette-Tisch Spenden sammelten. Gegen 5€ bekam man so sechs Jetons, die man spielerisch in Sachpreise wie Kugelschreiber, Sekt oder Schokolade tauschen konnte.
Nach dem Ball sorgte ein kostenloser Shuttle-Service dafür, dass die Gäste den Weg zum Sektfrühstück in der Bude der K.Ö.St.V. Rudolfina fanden.
Alles in allem ein sehr angenehmer, lustiger Ball mit jungen Publikum, der trotz Tradition und Zeremoniell doch ein lockeres Ballvergnügen bot. Die Musik war ausgezeichnet und zu später Stunde war die Tanzfläche soweit frei, dass man auch längere Zeit tanzen konnte, ohne mit einem anderen Paar zu kollidieren. Einer unserer Lieblingsbälle!
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