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12. Perchtoldsdorfer Formationscup: Austria Cup


Getanzt wurde in drei Klassen: Offene Klasse, Standard und Latein

 
Außer Konkurrenz wird eine Showeinlage der besonderen Art geboten: Der regierende Staatsmeister im Formationstanz, das A-Team der Tanzschule Schmid, zieht in seinen Bann.
Mit der Formation „Heat“.
Schon allein beim Zusehen spürt man diese Hitze. Noch mehr: Es wird einem heiß und kalt zugleich. Eine Dame führt an. Die Paare tanzen in unbeschreiblicher Leichtigkeit, Geschwindigkeit, Präzision, Exaktheit. Die getanzten Bilder sind klar und deutlich, die Reihen wie geometrisch vermessen.

Pirouetten und akrobatische Figuren. Sogar jede Handbewegung ist ein Kunstwerk für sich, geht in die Person über, Spannung, Erotik…

Die Damen tanzen ohne die sonst üblichen Netzstrümpfe, ohne übertriebene Bräunung der Haut. Diese Natürlichkeit beeindruckt noch mehr. Es wird dadurch noch mehr bewusst: Da ist keine Maske, da sind echte, lebendige Menschen, auch wenn sie tanzen wie Präzisionsmaschinen, Körper, die beben und leben. Der Blickkontakt zueinander hypnotisiert auch die Zuseher, die teilhaben an der sich steigernden Hitze…
Kicks werden gezielt gesetzt und ausgeführt, das ist Kraft, die fließt. Es wirkt, als würden mit jeder Bewegung Blitze geschleudert werden.

Offene Klasse:

 1.Platz: Startnummer 3
Tanzschule Schmid /FCP Team Foxes PD: "Wanna dance"

Schlammfarbige Hosen mit pinkfarbigem Stern als Applikation, derb wirkende Schuhe, schwarze Gilets mit Reißverschluss, der beim Tanzen geöffnet wird, sodass der BH in der Farbe des Sterns verführerisch hervorblitzt. Das Beginnen ist wie in einer wie zufällig erscheinenden Anordnung, die Interesse weckt.
Dann ist alles drin: Seilspringen ohne Seil, am Boden nach Verlorenem suchen, Lasso schwingen ohne Wurfschlinge, Beschwichtigen und Aufwiegeln, Liegestütz, Erwachsenwerden - und schon geht es los…

Fröhliches Lachen. „Euch werden wir es zeigen!" Staunen, welche Beweglichkeit die Mädchen einsetzen können, welche Spannkraft und welches Tempo sie haben. Sie wirken wie ein aus dem Boden gestampftes Heer von Geistern, sie begeistern. Der Tanz steckt in ihnen und muss aus ihnen heraus, geballte Kraft, freigesetzt im Tanz, der einem Vulkanausbruch gleicht.

Wanna Dance ist ein Bekenntnis. „Ich habe einen Körper und den setze ich ein, egal, ob gebückt, aufrecht, am Boden…“

Die rasante Geschwindigkeit, die Kleidung, der totale Einsatz des Körpers, all das gleicht einer Kampftechnik. Es war kein Kampf, und trotzdem haben sie gewonnen.
WANNA DANCE. Sie bringen dieses Wollen in ihrem Tanz zum Ausdruck.. Bis zum Sieg und noch weiter….

2. Platz: Startnummer 6 Tanzschule Immervoll / FCI: “Black Diamonds"
Formationstitel: R´n`B – licious

Rhythm and Blues (kurz: R&B R’n’B oder auch RnB)bezeichnet den in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts vorherrschenden Stil afroamerikanischer Popmusik, eine rhythmisch stark akzentuierte Form des Blues, aus der später Rock ’n’ Roll (die von Weißen gespielte und produzierte Form des R&B) wird. In den 80er und 90er Jahren erfährt der Begriff eine Neudeutung und bezeichnet Verbindungen von Popmusik und Soul, beziehungsweise. später eine Verbindung von Popmusik und Hip-Hop-Musik..

5 Mädchen in karierten Hosen, Kapuzenjacken und fingerlosen Handschuhen. Ein mitgebrachter Kassettenrecorder deutet an, dass das Tanzen nicht auf einen bestimmten Platz beschränkt ist, dass sie immer und überall tanzen können, dass die Freiheit des Tanzens ihnen gehört.

Die Musik geht durch den ganzen Körper, wobei die Spannung gehalten wird; der Tanz ist ein Spielen mit ihrer mädchenhafter Anziehung, ein Flirt mit der ganzen Welt, ihr Auftritt ist Koketterie pur.

Jeder Muskel wird gebraucht und gezielt eingesetzt. Ihr Tanz verkörpert Freiheit, Lebenslust, Freude. Das Kreisen der Hüften ist: Perfektion.
In Ihrem Tanz sieht man auch Elemente des „Qi Gong“. Zum Beispiel: Das „Qi“ aus dem Himmel holen, für die Zuseher und auch für sich selbst holen sie durch diese Darbietung aber die Sterne vom Himmel.

3.Platz: Startnummer 8, Tanzschule Schmid / FCP: “Shakindia

Hosen und Tops schwarz, darüber abwechselnd blauviolette oder goldockerfarbene. schwingende Oberteile aus Tüchern. Die Stirn in indischem Stil verziert und geschminkt. Mit dem Rücken zum Publikum gebeugt beginnend. Gebärdensprache, sie erzählen mit Körper und mit Gesten eine Geschichte.

Der einzelne Herr erinnert an den EINEN Schauspieler in den Bollywoodfilmen (Bollywood ist eine Wortkreuzung aus Bombay und Hollywood). Plötzlich ist die Musik wie absterbend. Auch das wird eingebaut. V-förmige Aufstellung, Sprünge, Rollen am Boden. Wieder und wieder.

Trommeln wie Herzschläge. Überdeutlich wird durch Körperbewegung von den jungen Tänzern darauf hingewiesen.
„Ich will dir was erzählen, aber nicht mit Worten sprechen“.
Der Körper als Mittel zur Kommunikation.

 
Klasse Standard:

 1.Platz: ex aequo
Startnummer 12 TS Höllbacher: "That's entertainment”

Damen in gelben Kleidern mit gelb-orangen Schärpen um Brust, Hüfte und als Fledermausärmel.
Herren tragen schwarze Hosen, schwarze Hemden, gelb-orange Krawatten.

Perfektes  Einhalten der Reihen und Linien, Ausnützen der gesamten Tanzfläche.
Tanzen wie aufgezogen in exakten, synchronen Bewegungen.
Exzellente Übergänge zwischen den einzelnen Tänzen, Synchrone Bewegungen.

Beim Tango scheint es, als würde das Zur Seite Schleudern des Kopfes wie durch einen Mechanismus ausgelöst werden.
Strenge Beherrschung der Gesichter mit dem unveränderten Lächeln der Turniertänzer. Einstudiert bis ins kleinste Detail

Wie es in einem der Musikstücke schon heißt: „It was fascination“

1.Platz ex aequo Startnummer 10 Tanzschule Immervoll / FCI: "Champions”

Herren im Frack, Damen in kirschroten, weich schwingenden Voile - Kleidern mit Goldapplikationen. Der rote Lippenstift vermittelt den perfekten Einklang mit den Kleidern. Fanfarenklänge, dann als scheinbare Vorhersage des Turnierausgangs: „We are the Champions“

Entzückend, unaufdringlich, charmant. Man weiß nicht, wovon man mehr angezogen wird, vom Lächeln der Damen oder vom wundervoll ausgeführten Tanz.
Walzer, Tango, Quickstepp, langsamer Walzer, Slowfox….

Harte musikalische Teile stehen im Kontrast zu der Zartheit der Tänzerinnen. Man wird erinnert an Debütantinnen, die unverbraucht ihre natürliche Anmut ausstrahlen. Die Musik wird zwischendurch schwer. Sogar die eigenen Herren können manchmal der Kopf nicht wegdrehen von der Dame in ihrem Arm.

3.Platz, Startnummer 11 Tanzschule Immervoll / FCI: “Frühling”

Kleidung: Herren Frack, Damen weiße Kleider, die zu hart sind für den Frühling, als Zuseher (nicht als Wertungsrichter) vermisst man in der Kleidung das, was im Tanz so hervorragend vermittelt wird: Die Farbenpracht des Frühlings

Wunderschöne Melodien
Ausführung: zart, duftig, wirklich frühlingshaft,

Die Musik lässt das Aufblühen der gesamten Natur und jeder einzelnen Blüte in ihrer Farbenpracht in den Walzerklängen spüren, und die Paare setzen diese Klänge und das Frühlingserwachen körperlich ausdrucksstark um. Eine vollkommene Übereinstimmung zwischen tänzerischer Ausführung und Formationsnamen

 

Klasse Latein:

1.Platz, Startnummer 1 Tanzschule Schmid / FCP, “Big Bad Voodoo Swing”

Spannung und Action vom ersten Takt an.
Auch die Kleidung wirkt unwiderstehlich: Damen in roten Kleidern mit silbernem Revers, unter dem Ausschnitt blitzt ein roter mit Silbersteinen besetzter BH hervor.

Jive, der abrupt die Bewegungen stoppen lässt, sodass es aussieht, als müssten sich die Tanzenden selbst bremsen in ihrem Schwung.
Tanz ist Bewegung, Tanz ist auch Innehalten und so die Spannung steigern.

Die Herren legen die Damen in Hüfthöhe quer vor sich, drehen sie, die Dame liegt quer zum Herrn in seinen Armen, das ist filmreif.

Musik und Tänzer sind Eins.
Round about, dass man schon allein vom Zusehen schwindlig werden könnte. Damen lassen sich gestreckt fallen auf das gebeugte Knie der Herren.
Die Gruppe tanzt atemberaubend, kraftstrotzend und dennoch voll Charme und Unbeschwertheit.

Ruckartig wenn es die Musik fordert, schmeichelnd, wenn die Klänge sanft sind, springlebendig. Die Tanzfläche scheint nicht zu reichen, müsste grenzenlos sein, so wie auch das Können der Tänzer viel größere Dimensionen hat als es die Zeit eines Tanzes zulässt

Es ist wie ein Naturereignis, Jubelschreie des Publikums.
Schlussposition: Damen von Herren getragen, nur seitlich, da ist plötzlich ein Bild von Emanzipation: Eine zierliche Dame trägt ihren sehr, sehr jugendlichen Herrn

2.Platz, Startnummer 7 TTH Cohesional, “Drums of Brasil”

Damen in gelben Kleidern, deren Rockteile vorn und hinten zulaufen und beim Tanzen sehr schön mitschwingen. Die Paare stehen mit dem Rücken zum Publikum, eine einzelne, dem Publikum zugewandte Dame beginnt ohne Musik. Die einsetzende Musik, beschreibt ihre Bewegung.

Man spürt den Trommelwirbel, als wollte er den Herzschlag beeinflussen, Spannung, wilde Rhythmen reißen die Aufmerksamkeit des Publikums an sich. Umgarnen der Herren, die zur Beute werden. Wilde Umrundungen, sodass es aussieht, als sollten die Herren wie ein mechanisches Werk aufgezogen werden

Schöne Körperhaltungen, jede stellt ein Einzelbild dar.
Nun nehmen die Herren die Damen als Beute und tragen sie weg.
Herren kurbeln Damen um sich herum.

Die Damen stellen tanzend ein Bild auf der einen Seite des Parketts dar, die Herren auf der anderen Seite; man bewundert das Zusammenkommen der beiden Bilder zu einem gemeinsamen neuen Bild.

Samba, Jive, Chachacha, das verkörpert Lateinamerika.
Damen im Spagat zwischen den gegrätschten Beinen der Herren.
Die Paare schrauben sich fast in das Parkett

Herren heben Damen auf, hoch auf und tanzen so weiter Und immer wieder auch die Kraft der Musik, „the drums of Brasil“. Musik, die im Körper aufgenommen und dann zum Ausdruck gebracht wird und übergeht in das Gefühl der Zuseher.

3.Platz, Startnummer 2 Tanzschule Schmid / FCP, Team C “Remix”

Blaue, schräg geschnittene Kleider, die als Rockteil drei Reihen pinkfarbiger Fransen haben, die jede Körperbewegung betonen und nachzeichnen,, sodass man fasziniert auch nach der Bewegung der Tänzerinnen das Nachschwingen der Fransen bestaunen kann

Beginn, indem zur aufgestellten Gruppe eine scheinbar ungezogene einzelne Dame als Nachzüglerin folgt und die Blicke der Zuseher sehr gekonnt auf sich zieht.
Die Herren drehen sich, wirbeln die Damen am Boden, Geschwindigkeit, Damen im Spagat…

Man würde der Darbietung so gern in jeder Einzelheit folgen, wird aber immer wieder abgelenkt von den unmittelbar ans Parkett angrenzend sitzenden Trainern, die ihre Gruppe durch Körperverrenkungen zu steuern versuchen, als wären sie Marionetten, die ohne die Hüpf- und Schwingbewegungen ihrer Tanzmeister nicht zum eigenständigen Tanzen fähig wären.

Man ist versucht zu sagen: „Liebe Trainer, lasst sie los, wenn sie tanzen, , ihr habt es ihnen wunderbar beigebracht, sie können es!“Interessantes Gesamtbild. Das Publikum ist begeistert und laut.

Das Jubeln begleitet auch die Formationen auf den Plätzen 4, 5 und 6, deren Darbietungen sehr gekonnt und eindrucksvoll sind und in der Gunst, Bewunderung, Wertschätzung und Anerkennung der Zuseher auch auf „Stockerlplätze“ gestellt würden.

Fotos zum Formationscup befinden sich in unserer Fotogalerie!

geschrieben von Erika Henke

 
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