Willkommen bei WienTanz.com
Hofburggala der Wiener Wirtschaft 2008
Die Hofburggala präsentierte sich dieses Jahr ganz im Zeichen der Schweiz. Wohin man auch sah, man konnte den Eidgenossen nicht entkommen. "Schweiz. ganz festlich" war das Motto des Balles und dies bemerkte man spätestens im Foyer der Hofburg. Als Damenspende wurde Schokolade der Firmen Lindt und Sprüngli in verschiedenen Geschmacksrichtungen gereicht und die Herren erhielten etwas Praktisches und zugleich Ur-Schweizerisches: ein kleines Mini-Taschenmesser. Auf der Feststiege präsentierten sich Hofburggala-traditionell die verschiedenen Zünfte in ihren historischen Gewändern mit ihren Zunftzeichen auf Fahnen.
Auf der Hofburggala werden die alten Zunftzeichen und -Gewänder wieder lebendig
Besonders dies ist es nämlich, was den Ball von den anderen unterscheidet und was ihn meiner Meinung nach für neue Ballbesucher attraktiv macht. Die Pflege des Alten, Traditionellen, ohne jedoch damit zu langweilen oder kitschig zu wirken. Es war genug Zeit, um sich mit einigen Herren und Damen in den verschiedenen Zunftgewändern zu unterhalten und die verschiedenen historischen Kostüme zu bestaunen, da sich leider wie so oft ein Stau vor den Fotografen bildete. Am oberen Ende der Feststiege bei der Sektbar wurde man wieder von der Schweiz eingeholt und überrascht. Wir hatten nicht die Zeit gefunden, um uns das Ballprogramm durchzulesen und standen plötzlich staunend vor einem Alphorn-Quintett, welches gut gelaunt jeden noch so langweiligen "Ricola"-Witz ertrug.
Alphorn-Ensemble Engiadina St. Moritz
Schließlich ging es mit einer kleinen Verspätung von rund zehn Minuten los und nach einer kurzen Begrüßung der Gäste durch den "Radio Niederösterreich"-Moderator Karl Trahbüchler schwebte das Eröffnungskomitee in den Raum. Dieses stand unter der Leitung von Tanzmeister Klaus Mühlsiegl.
Karl Trahbüchler
Dass ein Ball moderiert wird ist recht ungewöhnlich, zumindest für Wien. Dies unterstreicht aber vielleicht gerade den Gala-Charakter des Abends. Auf jeden Fall verstand es Herr Trahbüchler wie auch die Jahre zuvor angenehm durch den Abend zu führen.
Einzug zu den Klängen Carl Michael Ziehrers
Unter den Jungdamen und -Herren verbargen sich neben
vielen jungen auch alte Ballhasen
v.r.n.l. Wirstschaftsminister Dr. Martin Bartenstein,
Wirtschaftsministerin der Schweiz Bundesrätin Doris Leuthard,
Landesgruppenobfrau des Wiener Wirtschaftsbundes Präsidentin KommR Brigitte Jank
Nach dem Einzug der Ehrengäste folgte die Fahnenparade der Zünfte, die dieses Jahr leider entschieden zu kurz gehalten wurde. Dies ist immerhin wie bereits weiter oben erwähnt etwas, das die anderen Bälle einfach nicht zu bieten haben. Jeder Ball hat so etwas, einen bestimmten Funken, eine bestimmte Tradition, der ihn von den anderen unterscheidet und genau dies kann auch darüber entscheiden, ob man lieber die Hofburggala besuchen möchte oder einen anderen der zeitgleich stattfindenden Bälle.
Fahnenparade der Zünfte
Der Fahnenparade folgte -nach einer unangenehmen Pause, in der sich die Musiker nicht in den Saal trauten- eine musikalische Einlage des Alphorn-Ensembles Engiadina St. Moritz, welches vor allem durch das Spielen von moderneren Klängen aufhorchen ließ. Eine große Überraschung! Eigentlich fehlten nur noch die berühmten Fahnenschwinger, um glaubhaft zu suggerieren, dass man in der Schweiz gelandet war. Genug Eidgenossen waren dem Sprachengewirr aus Schwizerdütsch, Französisch und Italienisch nach vorhanden. Gratulation an die Veranstalter: Das Thema wurde gut umgesetzt.
Das Alphorn-Ensemble
Auszug des Alphorn-Quintetts
Nachdem wieder Platz auf der Tanzfläche vorhanden war, zog das Eröffnungskomitee, welches dem Alphornquintett Platz machen musste, erneut ein, um die Eröffnung zu tanzen. Doch da schien entweder die Zeit oder das Geld ausgegangen zu sein, denn an dem Können Herrn Mühlsiegels wollen wir nicht zweifeln. Die Eröffnung war sehr simpel und ging einfach unter. Sie ähnelte dabei sehr stark der Eröffnung für den Zuckerbäckerball, die ja auch jedes Jahr aufs neue recycelt wird.
Erneuter Einzug aus zwei Richtungen
Damen voraus!
Im Spalier
Nach zahlreichen Reden durch die oben genannten hohen Ehrengäste, in denen die Freundschaft und die gemeinsamen Werte Österreichs und der Schweiz beschworen wurden, wurde der Ball eröffnet. Der Walzer des Eröffnungskomitees war dabei sehr solide.
Wirtschaftsminister Dr. Bartenstein eröffnet den Ball
"Alles Walzer"
Walzerseligkeit
...und Compliment
Die beiden Wirtschaftsminister entschlossen sich auch zu einem gemeinsamen Walzer, der natürlich medienwirksam vor den Fotografen endete.

Walzer verbindet
Walzer verbindet
Um Mitternacht folgte schließlich die Einlage des Quintetts "I Salonisti", welches vor allem durch seinen Auftritt im Hollywood-Spektakel "Titanic" zu Ruhm kam. Die Herren bemühten sich offensichtlich und direkt am Fuße der Ehrentribüne waren sie auch wunderbar zu hören, doch ist ein klassisches Ensemble leider nichts für eine Mitternachtseinlage auf einen Ball. Im Flüstern und Plaudern der Ballgäste gingen die wundervollen Melodien leider unter. Außerdem war abgesehen von der Tatsache, dass dieses Schweizer Ensemble in einem Blockbuster mitgewirkt hatte, leider nichts Aufregendes an dieser Einlage.
Lorenz Hasler, "I Salonisti"
Belá Szedlák, "I Salonisti"
Guten Zuspruch fand die um 1:00 von Klaus Mühlsiegl angesagte Publikumsquadrille, die die Touren 1, 2 und 6 umfasste. Wie immer zeigte der Meister sein Können und es wurde ein gekonntes Spektakel, bei dem die Schweizer Gäste Wiener Ballkultur erleben durften. Ein weiteres interessantes Detail am Ball war ein sich bewegendes Kunstwerk, bei dem eine Metallkugel einen vorherbestimmten Weg nahm und mit Bus, Bahn und Gondel fuhr und dabei verschiedene thematische Stationen passierte. Hier wurden alle Schweizer Besonderheiten noch einmal vorgestellt. Als Rahmen diente dazu ein fiktiver Tag im Leben eines Schweizers, den die Kugel repräsentierte. Äußerst nette Idee, der Künstler ist genial. Auf jeden Fall zog das Kunstwerk die Besucher in seinem Bann.
Die Zuseher...
...das Kunstwerk
Leider passierten auch einige Missgeschicke, die jedoch mit Nadel und Faden schnell behoben werden konnten. Und da soll noch jemand etwas über die unfreundlichen Wiener sagen!
Ein wunderbarer Ball, der seinem Motto bis auf das i-Tüpfelchen treu war mit ausgezeichneter Musik, internationalem Publikum, vielen netten Ideen und interessanterweise auch viel Platz dieses Jahr. Wo sind die ganzen Ballgeher? Da dürfte der Ball wohl ein Opfer der zu kurzen Ballsaison geworden sein. Wir sind schon gespannt auf nächstes Jahr!
Mehr Fotos vom Ball gibt es in unserer Fotogalerie
Ein Kommentar hinzufügen