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Wiener Ball 2008 in Bukarest
Das Parlament in Bukarest, Heimstatt des Wiener Balles in Bukarest, ist vermutlich das zweitgrößte Gebäude der Welt nach dem Pentagon und sehr blockartig und entsprechend beeindruckend ob seiner Größe. Die Türen beim "Entrarea C" (Eingang C) waren hoch, hoch, noch höher und massiv, in meiner Vorstellung erinnerten sie mich an eine besonders geschmückte Türe eines Banksafes. Die Security war sehr streng und man muss durch einen Metalldetektor, wie am Flughafen, und der Zugang war nur mit Ticket, pardon, Eintrittskarte in der Hand möglich. Ohne dieses war kein Eintritt möglich, und es gab auch keine Gäste-Liste.
Garderobe
Im angrenzenden Raum fanden sich dann Sitzgelegenheiten, jedoch war nur der halbe Saal mit rechteckigen Tischen gefüllt. Obwohl diese vollständig mit Gästen besetzt waren, hatte der Saal ein unvollständiges, unfertiges Gefühl, da der verbleibende Platz nicht genutzt schien.
gut gefüllter Saal
Im letzten Saal, in dem das Hauptgeschehen stattfand, herrschte eine andere Atmosphäre. Der Raum war angenehm abgedunkelt, während einige Spolights in wechselnden Farben (je nachdem, welche Musik spielte) den Raum erhellten. Es fanden sich hier zwei Orchester, ein klassisches auf der linken Seite und gegenüber davon eines, welches modernere Klänge spielte, also zum Beispiel Rock oder Latein. Der Saal war gut gefüllt mit zahlreichen runden Tischen, die ihrerseits vollständig besetzt waren. Das Tanzen begann schon eine geraume Zeit vor dem Einzug des Eröffnungskomitees, aber da es sich hier um einen Dinner Ball handelte, war das nicht ohne Grund. Es war wichtig, dass die Gäste zwischen den Gängen auch tatsächlich etwas tun konnten, und sie nutzten diese Chance auch.
klassisches Orchester
Nun, auch hier bestand der Boden aus Marmor, was sehr hart für die Füße sein kann, aber er war weder zu rutschig noch zu klebrig, also kurz gesagt, tanzbar. Ein offensichtlicher Fehler war, dass einige elektrische Leitungen zwischen den Sälen am Boden verliefen. Zwar abgedeckt, aber das Problem dabei war, dass viele Gäste nicht damit rechneten und ständig darüber stolperten. Glücklicherweise sah ich niemanden tatsächlich stürzen.
Die Musik variierte immer wieder zwischen Klassisch und Latein/Rock. Mir gefielen beide Bands sehr gut, obwohl die Lautstärke des klassischen Orchesters eine Spur zu laut war für mich. Dieses spielte mehr Walzer als in Wien(!), dafür weniger Foxtrott, Tango und ähnliches. Ankündigungen erfolgten sowohl in Rumänisch als auch in Deutsch und Englisch. Es gab zahlreiche Aufführungen, welche alle durch hohe Qualität überzeugen konnten. Das Tanzvermögen des Eröffnungkomitees sowie auch der professionellen Walzertänzer, die später am Abend auftraten, war ordentlich. Die Choreographie der Eröffnungspaare beinhaltete hauptsächlich Walzer. Das einzig unpassende, das mir auffiel, war gegen Ende der Eröffnung als eine Dame im roten Kleid zwischen die tanzenden Walzerpaare sprang - sehr seltsam. Offensichtlich waren die Eröffnungspaare Schüler verschiedener Tanzschulen in Bukarest. Diese Art der Selektion zeigte ihren Vorteil in der Qualität, und es zeigte sich, dass auch viele der jüngeren Generation ausgezeichnet tanzen können.
Junges rumänisches Eröffnungskomitee
Einzug
Ganz Wienerisch, ein Compliment
Die Quadrille auf Wiener Bällen ist oft dominiert von Chaos und Verwirrung. Traditionell. Nun, die Bukarester Version trieb dies auf die Spitze - sie war eine wahrhaftige Katastrophe. Sie wurde in Englisch von der Seite der klassischen Band aus angesagt und es formte sich schnell eine einzige lange Kolonne. So weit so gut. Leider realisierten die Paare nicht, dass die Dame an der rechten Seite des Herren stehen sollte, und so standen sich viele Paare - Herr und Dame - gegenüber anstatt nebeneinander. Der Tanzmeister auf der Bühne sah jedoch nicht, dass nur die ersten Paare eine Ahnung hatten. Zwei kürzere Kolonnen statt einer langen wären um einiges besser gewesen, aber vor allem wäre eine Ansage auf Rumänisch sicher hilfreich gewesen. Am Ende der Quadrille waren die meisten Probleme aus dem Weg geräumt, aber der Prozess bis dahin war sicherlich ein etwas tollpatschiger.
Die Paare gegenüber anstatt nebeneinander
Die Ambiente des Saales selbst war ebenfalls beachtenswert. Die Größe des Marmor-Saales gemischt mit der Einfachheit ergab eine interessante Mischung aus Grandeur und Eintönigkeit. Dies wurde durch schlaue Beleuchtung mit warmen Farben versteckt, so dass der Saal eine gemütliche Atmosphäre erhielt. Einige Spotlights, die zu nah am Boden angebracht waren, irritierten jedoch, da ihr Beleuchtungswinkel zu flach war.
gut gelaunte Tänzer
Mein Gesamteindruck ist, dass dieser erst drei Jahre alte Ball mit seinen 800 bis 1000 Besuchern sein Niveau noch nicht erreicht hat. Er hat noch nicht genug Gäste, um sich selbst bis in die frühen Morgenstunden zu erhalten (bereits um 1:00 früh war der Ball nur mehr dünn besiedelt), aber ist vermutlich dicht an der kritischen Besucherzahl, um dies zu erreichen. Der Veranstaltungsort hat noch genug Platz für einige hundert Gäste mehr und eine weitere Band in einem der anderen Säle, tatsächlich würde diese den Platz in manchen Räumen besser füllen. Gleichzeitig wirbt er um ein anderes Publikum als ein typischer Hofburg-Ball und es ist schon eine Glanzleistung der Veranstalter eine so große Zahl an Vertreters aus Regierung und Wirtschaft zu einem solch außergewöhnlichen Ballabend zusammenzubringen.
aus dem Englischen übersetzt von Stefan Bugovsky
Supposedly second only to the Pentagon in extent, the Parliament building in Bucharest, home to the Vienna Ball in Bucharest, is blocky and impressive in its size. The doors at “Entrarea C”
(entrance C) are tall, tall, tall and massive, my imagination fancying an ornate bank vault. Security is tight and one must pass through a metal detector, just as at the airport complete with ticket requirement. Entrance without ticket in hand was not possible (ie. a guest list did not seem to exist).
The word that springs to mind for this venue is “big”. The floors are all marble and each room is rectangular and um big. The antechamber (a big room) leads into the entry hall, even bigger, with coat checks to the immediate left and right. There are stairs to either side and rightward lies the changing area for the performers. Continuing on, the next room is where the hors d’oeuvres may be enjoyed at the beginning of the ball with a several table layout where one can nibble, imbibe, and mingle.
The next room had overflow seating, about half full with rectangular tables. While the tables were stocked with guests, the room had somewhat of an incomplete feeling since the empty space was neither utilized nor complimentary to the occupied space.
On to the final room, where the main event took place. Here a different atmosphere dominated.
Eine der Einlagen: Kinderballett
The room was appropriately darkened with spotlights setting the color tone depending on the band/event that was playing. There was a stage to either side, to the left for classical and to the right for a more modern sound (ie. latin and rock). The room was well filled with guests predominantly sitting at circular tables. The dancing started well before the entrance of the Opening Committee, but given that it was a dinner ball, this was not unwarranted. Better that the guests are able to (and actually) do something between bytes than to have a nice lovely floor unused.
Well, the floor itself was marble, which can be hard on the feet, but it was neither too slick nor too sticky – in short, it was very danceable. There was a noticeable gotcha between the overflow room and the main room where some electrical cables lay across the floor. These were well protected by an outer covering. The only trouble is that guests were constantly being surprised by it (ie. tripping). Fortunately, I didn’t see anyone take a fall.
Eröffnende Damen
The music alternated between classical and latin/rock. I liked both bands, though I found the volume on the classical band a trifle loud. The classical band loved waltzes. I think that they played more waltzes than in Vienna(!) with far less emphasis on foxtrot, tango, and the like. Announcements came in Romanian and German or English. There were several shows, all of which I found to be suitably high in quality. The dancing by bother the “eroffnung committee”
and pro waltzers later in the evening was good. The routine of the openers involved much waltzing. The only jarring moment was near the end of the opening when a woman in red jumped into the opener’s waltz - very odd. Evidently, the openers are taken from the students at the various dance schools around Bucharest. This kind of selection paid off in quality, and it is evident that many can dance quite well among the younger set.
Nachspeisen-Teller
Usually the quadrille at the Viennese balls is filled with pandemonium and confusion.
Tradition. Well, the Bucharest version took this to new heights – it was an unqualified disaster. It was called in English from the classical band’s stage, and one long line of couples formed. So far so good. Unfortunately, the couples didn’t realize that the woman should be on the man’s right, and so everyone after the first few couples lined up facing their partner! The real trouble is that the caller did not see that nobody beyond the first few couples had a clue. Really two shorter lines would have been appropriate, but most especially some Romanian would also have facilitated things. By the end of the quadrille things were mostly sorted out, but it was certainly an awkward process.
The ambiance of the room was an interesting mix. The size of the marbled room mixed with its plainness gives it an interesting mix of grandiose and drab at the same time. This was cleverly camouflaged with lighting to give the room quite a warm, subdued feeling. However, many of the spotlights were extremely distracting as their angle was too shallow (being too low to the ground).
My overall impression is that this young ball of three years with between 800 and 1000 attendees is still seeking its level. It does not yet have enough people to sustain it all the way through the night (by 1am attendance is very thin), but it is probably near critical mass. The venue certainly has the space to accommodate several hundred more guests, and even a 2nd room with a band – in fact, doing so would compliment the space. At the same time, it is catering to a different crowd than the typical Hofburg ball, and it’s quite a credit that the organizers have brought together people from from government ministries through to entrepreneurs for a lavish evening.