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Rudolfina Redoute 2009 - Ein Bericht
Auch dieses Jahr konnte die Rudolfina Redoute wieder beweisen, dass sie zu recht zu den großen Bällen in der Hofburg zählt. Die einzige und letzte Redoute lockte zahlreiche Gäste an und obwohl der Ball nicht so farbenprächtig wie ein Jägerball oder ein Ball der Universität für Bodenkultur ist, bringt er auf ganz andere Art und Weise Farben in den Ballsaal: Mit den Masken. Traditionellerweise verkleiden sich die Damen - streng genommen nur diese, die ohne männliche Begleitung auf den Ball kommen - mit vielfältigen Masken. Hier sieht man ein Meer an Formen und Farben, von traditionellen, aufwendigen Masken nach Venezianischer Art bis zu eher einfach gehaltenen sieht man alles: Harlekine, Katzen, Vögel, Schmetterlinge und viel mehr sind es, die da über das Tanzparkett schweben.
Masken in allen Faben und Formen
Leider nehmen nur wenige von dem Recht Gebrauch, in dieser Kostümierung Männer zum Tanzen zu verführen. Es herrscht Damenwahl, jedoch nur bis Mitternacht, wenn die Damen sich demaskieren müssen. Danach können die Herren wieder ihr Glück versuchen. Die Rudolfinen bemühen sich sehr, diese Traditionen zu erhalten und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie selbst Masken gegen einen kleinen Obulus anbieten. In den vergangenen Jahren - ich mag mich irren - war diese Möglichkeit kostenlos, aber mit der aktuellen Finanzlage ist so manches wohl der Sparschere zum Opfer gefallen.
Unbekannte Schöne in Maske
Während die Damen sich im Zeremoniensaal sammeln, gruppieren sich andern Ortes die Herren in Coleur für ihren Einzug. Denn anders als auf anderen Bällen können auch die Gäste an der Eröffnungszeremonie teilnehmen. Dazu ziehen die Damen mit Maske und die Herren in Coleur nacheinander in den Festsaal ein und bilden ein farbenprächtiges Spalier. Die Eröffnung selbst leitete Frau Rueff persönlich und dies mit Bravour. Die Choreografie war Rueff-typisch lieblich und mit netten Ideen gespickt. Nur erschienen die Herren und Damen des Eröffnungskomitees diesmal äußerst ernst und konzentriert. Ein Lächeln fehlte. "Das ist alles so zeremoniell und förmlich. Ich komme mir vor wie in einem Sissi-Film", kommentrierete eine Dame aus Luxemburg, die zum ersten Mal auf einen Wiener Ball zu Gast war.
Fächerpolonaise
Wie auch die Jahre zuvor gab es für die Damen keine Blumensträuße, sondern dieses Jahr bunte Bänder in den Farben der Verbindung. Um bei den Blumen zu bleiben: diese waren, zumindest im Festsaal, leider ein kleiner Kritikpunkt dieses Jahr. So standen auf den Stiegen der Tribüne kleine Blumentöpfe mit ebenso kleinen Blümchen, die im übrigen Ambiente schlicht untergingen.
Begrüßung der Ehrengäste
Großartige Aufführung des Staatsopernballett
Das Staatsopernballett lieferte eine schwungvolle Walzer-Choreographie, die Lust auf den ersten Walzer machte. Nach den wirklich sehr kurz gehaltenen Eröffnungsreden wurde der Ball eröffnet und das Publikum konnte die Tanzfläche stürmen. Und dies taten die zahlreichen Gäste tatsächlich, denn der Ball war sehr stark besucht, was sich auch bei der Mitternachtsquadrille zeigte. War früher die Rudolfina Redoute ein Geheimtipp für Tänzer, da viel Platz zum Tanzen war, überraschte diesmal doch die Dichte auf der Tanzfläche bis in die frühen Morgenstunden. Wir kamen kurz vor Mitternacht in den Festsaal und hatten keine Chance mehr, noch einen Platz zu finden für die Demaskierungsquadrille. Das Parkett war dicht. Doch wir blieben und genossen sehr, den anderen Gästen zuzusehen, wie sie den Anweisungen Frau Rueffs Folge leisteten. Speziell der Galopp ist ja eine ihrer Besonderheiten und macht nun einmal bei ihr am meisten Spaß.
Demaskierungsquadrille
Beim Scherenschnittmeister
Weitere Besonderheiten waren der ausgesprochen begnadete Saxophonist im Zeremoniensaal und der Scherenschneider, der wie die letzten Jahre auch für die Besucher kostenlos Scherenschnitte anfertigte. Eine durchaus bemerkenswerte Weise, um sich auch später noch an den Ball erinnern zu können. Viele Damenspenden verstauben oder werden - wie im Fall des Pharmacieballes - irgendwann aufgebraucht und entsorgt, aber ein Scherenschnitt erinnert noch viele Jahre später an eine bemerkenswerte Ballnacht...
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