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Bokuball 2010


Mit einem normalen Hofburgball hat der Ball der Universität für Bodenkultur (kurz Bokuball) nicht viel gemeinsam. Doch genau dies beschert den Veranstaltern jedes Jahr wieder ein ausverkauftes Haus und vor allem junge Besucher, die sonst vielleicht gar nicht auf den Ball kämen. Die Verbundenheit der Universität mit Boden, Wasser, Acker und Wald bringt auch die Verbundenheit mit den bäuerlichen und folkloristischen Traditionen mit sich, die auch Eingang in den Ballablauf  finden. Dies beginnt bei der Kleiderordnung, die neben Frack, Smoking und großer Ballrobe auch Dirndln und Trachtenanzüge erlaubt. Ein buntes Bild bietet sich dem Gast, wenn er zum ersten Mal in den überfüllten Festsaal blickt. Mehr als bei anderen Trachtenbällen füllen die studentischen Besucher das Bild des Balles mit Farben und Lebensfreude.

Die Eröffnung des Balles richtet sich nach dem klassischen Schema mit Einzug des Eröffnungskomitees und den Ehrengästen, dem Eröffnungstanz und -Walzer. Und doch schaffen es die Veranstalter, alles neu zu interpretieren. Der Eröffnung bestand aus einem Volkstanz, der vom gesamten Jungdamen- und Herrenkomitee (selbstverständlich in Tracht) getanzt wurde. Ein ungewohnter Anblick in der Hofburg. Den Eröffnungswalzer tanzten die Ehrengäste, nachdem der Rektor der Boku gemeinsam mit Wissenschaftsminister Hahn und dem ÖH Vorsitzenden den Ball offiziell eröffneten.
In Zusammenhang mit den Besetzungen diverser Hörsäle im vergangenen Jahr scheint es auch Überlegungen gegeben zu haben, den Ball als Protest-Plattform zu nutzen. Zumindest konnte man das mancherorts unter den Studenten hören, doch glücklicherweise kam es nicht dazu.

Ein besonderes Zuckerl für die Ballgäste war sicher auch das kostenlose Porträt, welches das Fotostudio Bichler den Besuchern anbot, welches kostenfrei nachhause geschickt wurde. Unangenehm fiel leider die Tatsache auf, dass in Plastikbechern ausgeschenkt wurde; eine Maßnahme, die sicherlich wegen den Erfahrungen der Vorjahre getroffen wurde.

Als Mitternachtseinlage gab es einen Publikumstanz, jedoch mit Vorarlberger Touch, da dieses Bundesland diesmal Thema des Balles war. Es wurden Polkas, Landler und andere Tänze gespielt, die dem Publikum kurz gezeigt wurden gezeigt, um dann mitmachen zu können. Soviele Volkstanz begeisterte TänzerInnen hat die Hofburg sicher noch nicht erlebt! Zu sagen, dass das Publikum Spass hatte, wäre zu milde ausgedrückt. Diese heitere Stimmung konnte man überall finden, vom Forum im Erdgeschoß, wo auch man abgesehen von der Mitternachtseinlage Volkstänze probieren konnte, bis zur Disco, dem Heurigen oder vielen andere Sälen der Hofburg.

Fazit: Der Bokuball bewies wieder einmal, dass studentische Lebensfreude und Alt Wiener Traditionen in der Hofburg zuhause sind und zusammenpassen. Hier kann man zwischen Walzer, Tango und Rumba auch echte Volkstänze probieren, die jung und alt begeistern konnten.
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