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Ball der Wiener Philharmoniker 2010


Der Ball der Wiener Philharmoniker ist das zweitwichtigste Society-Event der Ballsaison nach dem Opernball selbst. Hier findet sich alles, was Rang und Namen hat, um auf dem etwas zu kleinen Parkett Walzerseligkeit zu finden. Anders als der Ball am Gründonnerstag jedoch ist das Ballfest der Philharmoniker ein von den Medien nicht völlig vernachlässigtes, aber doch geschontes Event, was den Ball bei den Größen aus Politik, Wirtschaft und Kunst noch beliebter machen dürfte. Schon lange vor der Eröffnung drängten die Gäste ohne festen Sitzplatz in den Goldenen Saal, um sich einen guten Platz zu sichern. Der wird nämlich gewohnheitsgemäß im Musikverein etwas knapp, vor allem während der Eröffnung.
Der feierliche Einzug begann mit Fanfaren, unter anderem eine eigens für den ersten Philharmoniker Ball 1924 komponierte von Richard Strauss. Nach dem Einzug des Spalier-Teiles des Eröffnungskomitees und der Ehrengäste folgte eine Darbietung der Wiener Philharmoniker aus der Operette "Waldmeister" von Johann Strauß mit Christoph Eschenbach als Dirigent. Eine Besonderheit des diesjährigen Balles ist es auch, dass die Philharmoniker selbst diesmal auch eine noch aktivere Rolle im Ball einnahmen: in fast allen Sälen, darunter auch im Gäsernen Saal, der als gemütliche "Music Lounge" diente und der Discothek fanden sich Mitglieder der Wiener Philharmoniker, die musikalisch ihren beitrag leisteten. Neu waren auch die Scheinwerfer, die den Goldenen Saal in ungewohnte Farbenpracht tauchten.
Die Eröffnung des Balles durch die Tanzschule Elmayer war besachtenswert und gut ausgeführt, doch erinnerte sie an eine andere Choreographie von ungefähr vor 5 Jahren, die auch im Musikverein getanzt wurde. Eien Besonderheit des Balles ist den Räumlichkeiten des Musikvereins selbst zuzuschreiben. Die Musikinstrumente, Notenständern und Stühle des Orchesters werden nämlich durch eine Öffnung im Fußboden einen Stock tiefer weitergereicht, um für Platz auf der Tanzfläsche zu sorgen. Ein Ereignis, das von den Besuchern immer gern beobachtet wird. Bei welchem anderen Ball tut sich denn sonst noch ein Loch im Parkett auf?
Die Damenspende des Abends war ein Notenschlüssel besetzt mit Steinen von Svarovski, den die Damen nach der Eröffnung abholen konnten.
Dicht gedrängt ging es am Tanzparkett des Goldenen Saales (und allen angrenzenden Räumen) zu, so dass Tanzen bis zum Ballende um 5 Uhr Früh zumindest hier erschwert war. Aber davon ließ sich keiner abhalten, am wenigsten bei den beiden Quadrillen um Mitternacht und um 2 Uhr, bei denen es durchaus lustig zuging. Trotz des üblichen Chaos konnte man die Reihen schön erkennen, vor allem von den Balkonen aus.

Fazit:
Der Philharmoniker Ball ist und bleibt einer der gesellschaftlich am wichtigsten Bälle Wiens, auf dem Politiker, Wirtschaftsgrößen und Künstler ungestört das Tanzbein schwingen können oder sich einfach nur zum Plaudern bei einem Gläschen Champagner treffen können. Er ist vielleicht sogar der exklusivste Ball Wiens und doch ist er von einer Freude und einer Ausgelassenheit durchdrungen wie sonst kaum ein anderer. Die Räumlichkeiten des Musikvereins sind vielleicht nicht ideal geeignet für eine Ballveranstaltung, aber die vor einigen Jahren neu dazugekommenen Räumlichkeiten unterhalb des Gebäudes, wie zum Beispiel der Gläserne Saal, erlauben eine Flucht vor der Masse in ruhigere Bereiche. Für den Musikliebhaber bieten die Wiener Philharmoniker ihrem eignen Auftritt zu Beginn des Balles einen Ohrenschmaus, während das Ballorchester Steubl später Altbewährtes zum Tanzen bot.
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