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Mar 2, 2010
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T E R M I N E

News-Archiv

Hofburg Gala 2010 - Ein Bericht


Hofburg Gala 2010

Die Wirtschaftskrise scheint auch Auswirkungen auf die Bälle zu haben, da Hofburggala wie auch Pharmacie Ball weniger Besucher vorweisen konnten als in den Jahren zuvor. Das bedeutet nicht, dass die Menge der Leute geschwunden ist; es offenbart sich eher in der Tatsache, dass man bereits zu Beginn des Balles mehr Platz zum Tanzen findet. Viele Besucher, mit denen ich gesprochen habe, fanden dies durchaus positiv. Es war auch bemerkenswert, dass die Zuseher der Eröffnung in den Durchgängen nicht so dicht gedrängt standen wie ich es in Erinnerung hatte. Bei der Quadrille hatte man auch Platz zum Tanzen.

Der Einlass am Ball zwischen 20:30 and 20:45 war sehr flott und die Gäste, die noch Karten an der Abendkassa abholten wurden sehr effizient bedient. Die gefürchteten langen Schlangen von vielen anderen Bällen gab es nicht.

Die Hofburggala ist vermutlich der typischte Vertreter der Ballszene, was dem Namen des Balles durchaus gerecht wird. Er ist nicht einer dieser riesigen Bälle, aber doch so gut besucht, dass auch der Metternich-Saal geöffnet wurde, wobei die Frage bleibt, ob dies dem Flair des Balles gut tat. Eine Besonderheit des Balles ist die Tombola, die mit einer großen Bandbreite von Artikeln bestückt ist, da zahlreiche Firmen aus allen Bereichen der Wiener Wirtschaft Preise stiften. Das Repertoire reicht von Torten, Weinen, Schokolade zu technischen Geräten und Reiseutensilien. Einen Stock höher zwischen den beiden Haupttanzsälen erhielten die Damen ein kostenloses Hairstyling, wobei die Ergebnisse sich dieses Jahr besonders sehen lassen konnten.

Das Thema des Balles dieses Jahr war die Türkei, besonders Istanbul, welches dieses Jahr die Kulturhauptstadt Europas ist. Das Thema zeigte sich besonders in der Eröffnung und in der Mitternachtsshow. Bei der Eröffnung lieferte Erkan Aki, ein Türke aus der Schweiz, eine wunderbare Performance mit einer großartigen Tenor-Stimme. Es war außergewöhnlich, so einen Klang von jemandem so schlankem zu hören. Um Mitternacht gab Hadise (Belgiering türkischer Abstammung), die den vierten Platz im Eurovision Song Contest 2009 erlangte, ein 45 minütiges Konzert.

Unglücklicherweise gab es abgesehen von den beiden Auftritten und den Hookah Raum wenig, welches man mit der Türkei verbinden konnte. Eine Tatsache, die sicher leicht hätte geändert werden lönnen. Besonders im Metternichsaal fiel auf, dass nur wenige Tische im Raum standen und die Bühne unbesetzt war. Der Raum wurde zu wenig genutzt, was den Eindruck, dass wenig Gäste im Raum waren, noch verstärkte. Hier wäre es viel besser gewesen eine Ausstellung der Aspekte des Gastlandes zu Präsentieren, wie die Sehenswürdigkeiten oder die Wirtschaft des Landes. Dies hätte eher dem Ballthema entsprochen.

Die Eröffnung wurde gut ausgeführt durch Schüler der Tanzschule Rueff. Die 52 Paare hatten 6 Wochen geübt und das Ergebnis war länger und wirkte durchdachter als andere Eröffnungen. Die Grundschritte des Hauptthemas ware recht einfach, aber die Variationen und die Länge erhöhten die Schwierigkeit. Ich war besonders beeindruckt mit dem zweiten Teil, wo der Walzer startete und es einen Innen- und Außenkreis gab und die Paare die Kreise nicht nur aufrechterhielten, sondern auch auch Verzierungen und Muster tanzten. Sehr gut! Jeder der schon einen Ball eröffnet hat weiß, dass dies nicht trivial ist. Besonders erwähnt werden sollte auch, dass diesmal vier Damen ohnmächtig wurden, was normalerweise dem Kaffeesiederball vorenthalten ist.

Es gab drei Säle mit Tanzmusik; im Festsaal wurde traditionelle Ballmusik und Latein gespielt, der Zeremoniensaal hatte eine Pop-Band, die hervorangende langsame Stücke spielte, aber bei den schnelleren Stücken etwas zu überhastet wirkte. Es gab noch eine dritte Band im Rittersaal, die mich an Sirius mit einem französischem Einschlag erinnerte. Unten, gegenüber der Garderobe im Forum befand sich der vierte Saal mit Musik. Hier wurde das türkische Thema eingehalten und statt niedrigen Tischen gab es Sitzpölster und Hookahs sowie sanfte türkische Musik. Zuerst irritierte mich dies etwas, aber dann war es doch nett zu sehen, die die Gäste sich hier entspannten. Ein ungewohntes Bild auf einem Ball. Später am Abend wandelte sich die Musik in etwas Tanzbareres.

Fazit: Es gab genug Platz dieses Jahr zum Tanzen und gute Musik. Der Ball war gut organisiert, man hätte die vorhandenen Räume aber besser nutzen und das Thema etwas ausweiten können.
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